Europäisches Projekt zur Unternehmensnachfolge
08.04.2005 - „Die Förderung der Unternehmensnachfolge ist eine Herausforderung für die Unternehmen und die Wirtschaftspolitik, der alle alten Mitgliedstaaten der Europäischen Union gegenüberstehen. Es bietet sich also an, dass wir uns zu diesem Thema austauschen, Erfahrungen miteinander teilen und Synergien nutzen“, so Dr. Horst Mehrländer, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium anlässlich des Kick Off Meetings des INTERREG III C Projekts „Next Business Generation“. Dr. Horst Mehrländer gab damit den Startschuss für ein europäisches Projekt zum Thema Unternehmensnachfolge.
Der Staatssekretär wies darauf hin, dass in den alten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in den nächsten zehn Jahren ungefähr ein Drittel aller kleinen und mittleren Unternehmen einen Nachfolger suchen. Das sind pro Jahr rund 610.000 Betriebe mit etwa 2,4 Millionen Beschäftigten. Im vergangenen Sommer schlossen sich die Regionen Baden-Württemberg, Lombardei, Niederösterreich, Thessalien, West-Midlands sowie der Kanton Zürich zu einem Projektkonsortium zusammen. Für das Projekt „Next Business Generation“ wurden aus dem Programm INTERREG III C Mittel in Höhe von rund 864.000 Euro bewilligt. Davon gehen 343.000 Euro an das Wirtschaftsministerium als Projektleiter. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 1,8 Millionen Euro und wird von den beteiligten Regionen kofinanziert. „Das Programm INTERREG III C unterstützt die interregionale Zusammenarbeit und zielt darauf ab, die Instrumente der Regionalentwicklung durch einen umfangreichen Informations- und Erfahrungsaustausch effizienter zu gestalten. Es bietet also den idealen Rahmen für das Projekt „Next Business Generation“, so Dr. Horst Mehrländer.
Das Projekt richtet sich nicht an Unternehmer und Nachfolger, sondern an Multiplikatoren wie Wirtschaftsorganisationen, Wirtschaftsförderer, Fördereinrichtungen und die regionale Politik. Ziel ist es, den Erfahrungsaustausch zwischen Unterstützungseinrichtungen zu fördern, Good Practice Beispiele in der Förderung von Unternehmensnachfolgen zu ermitteln und neue Angebote zur Unterstützung in den beteiligten Regionen zu entwickeln. Dies wird in zwei Stufen erreicht:
Zunächst finden in allen beteiligten Regionen Fachveranstaltungen statt, die sich mit den Themen Sensibilisierung, Qualifizierung, Beratung, Vermittlung, Finanzierung und staatliche Förderung befassen. In der zweiten Stufe sollen durch einen Benchmarkingprozess bewährte Verfahren zur Unterstützung von Unternehmensnachfolgen ermittelt werden. Dazu finden Workshops statt, in denen Daten über Unterstützungsangebote gesammelt, Erfolgsfaktoren ermittelt werden. Bewährte Verfahren werden ausgewählt und in Fallstudien beschrieben, die dann zur Erweiterung des Förderangebotes in den Regionen beitragen.
Zwei Fachveranstaltungen für Experten und Multiplikatoren sind in diesem Jahr im Stuttgarter Haus der Wirtschaft geplant: am 6. Juli findet die Veranstaltung „Management buy out“ und am 26. Oktober die Veranstaltung „Unternehmensnachfolge durch Frauen“ statt.
Dem Projekt voraus ging eine internationale Konferenz zum Thema Unternehmensnachfolge unter dem Titel „New Business Generation“, die das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg im vergangenen Jahr veranstaltet hat. Dabei wurde deutlich, dass ein weitergehender Erfahrungsaustausch zwischen den Regionen sinnvoll wäre. Das Wirtschaftsministerium hat daraufhin die Initiative ergriffen und nach Fördermöglichkeiten gesucht. „Für uns trägt eine europäische Vernetzung im Bereich Unternehmensnachfolge dazu bei, die Qualität der eigenen Angebote zu verbessern und neue Förderansätze kennen zu lernen“, so Dr. Horst Mehrländer.


