Partnerbereich

Wählen Sie die Sprache: English / Deutsch /



 

Unternehmensnachfolge außerhalb der Familie

07.07.2005 - Nur in rund der Hälfte aller Familienbetriebe in Baden-Württemberg stehen Nachfolgerinnen oder Nachfolger aus der Familie bereit. „Unternehmensnachfolge außerhalb der Familie“ war daher Thema eines internationalen Fachforums des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, das Professor Dr. Willi Weiblen, Ministerialdirigent im Wirtschaftsministerium, heute in Stuttgart eröffnete. Ziel war es, bewährte Möglichkeiten der Unterstützung aus verschiedenen Regionen Europas darzustellen. Insgesamt nahmen rund 150 Personen an der Veranstaltung teil.

Bei der Übernahme außerhalb der Familie gibt es zwei Möglichkeiten, die eine immer größere Rolle beim unternehmerischen Generationswechsel spielen: Management-Buy-Out (MBO) und Management-Buy-In (MBI). MBO bezeichnet den Erwerb eines Unternehmens durch das bestehende Management oder
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Beim MBI wird das Unternehmen von einem externen, meist branchenerfahrenen Management gekauft. Bei beiden Formen besteht vielfältiger Bedarf an Unterstützung. Welche Beispiele es dafür in verschiedenen Ländern gibt, schilderten Experten in der Veranstaltung.

In ganz Europa sind 610.000 Unternehmen mit rund 2,4 Millionen Beschäftigten jährlich betroffen. „Die Sicherung der Unternehmensnachfolge ist ein zentrales Element der Mittelstandsförderung in Baden-Württemberg“, so Professor Dr. Willi Weiblen. „Im Land wurden rund 3.500 Existenzgründungen und Betriebsübernahmen mit einem Darlehensvolumen von rund 462 Millionen Euro unterstützt. Davon ging etwa ein Drittel an Betriebsübernehmer“. Zusätzliche Hilfestellung leistet das Land in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsorganisationen und Fördereinrichtungen mit einem 12-Punkte-Programm.

Das Fachforum ist Teil des Projekts „Next Business Generation“, bei dem sich die Regionen Baden-Württemberg, Lombardei, Niederösterreich, Thessalien, West Midlands sowie der Kanton Zürich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam Lösungen zur erfolgreichen Übertragung von Unternehmen zu erarbeiten. Das Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms INTERREG III C mit rund 864.000 Euro gefördert und von den beteiligten Regionen kofinanziert. Die Projektleitung liegt beim Wirtschaftsministerium.